Ob Sie nun einen Bergpfad wandern, am See angeln, mit Freunden campen oder einfach einen Sommernachmittag draußen verbringen – Sonnenschutz ist wichtiger, als viele denken. Lange Stunden in der Sonne bedeuten nicht nur Bräunung, sondern auch erhöhte Exposition gegenüber ultravioletter (UV) Strahlung, die die Hautgesundheit langfristig beeinträchtigen kann.
Beim Kauf von Outdoor-Bekleidung haben Sie wahrscheinlich Begriffe wie UPF50+, UV-Schutz oder sonnenblockierender Stoff gesehen. Aber was bedeuten diese eigentlich? Wie wird Sonnenschutz gemessen? Und worauf sollten Sie beim Kauf von sonnenSchützender Kleidung achten?
Dieser Leitfaden erklärt es einfach und outdoor-freundlich.

Was ist eine Sonnenschutzbewertung?
Eine Sonnenschutzbewertung misst wie effektiv ein Stoff ultraviolette (UV) Strahlung daran hindert, Ihre Haut zu erreichen.
Die Sonne sendet drei Arten von UV-Strahlen aus:
- UVA (320–400 nm): Dringt tiefer in die Haut ein und wird mit Hautalterung in Verbindung gebracht.
- UVB (280–320 nm): Verantwortlich für Sonnenbrand.
- UVC (100–280 nm): Wird größtenteils von der Erdatmosphäre blockiert.
Bei Outdoor-Bekleidung ist das Ziel meist, die Exposition gegenüber sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen zu reduzieren.
Im Gegensatz zu Sonnencreme, die LSF (Lichtschutzfaktor) verwendet, nutzt Kleidung in der Regel UPF (Ultravioletter Schutzfaktor).
LSF vs. UPF: Was ist der Unterschied?
| Begriff | Verwendung | Messgrößen |
|---|---|---|
| LSF | Sonnencreme | Vorwiegend UVB-Schutz |
| UPF | Kleidung und Stoffe | Schutz vor UVA und UVB |
Zum Beispiel:
- UPF 30 lässt etwa 1/30 (ca. 3%) der UV-Strahlung durch.
- UPF 50 blockiert etwa 98% der UV-Strahlen.
- UPF 50+ steht für den höchsten häufig gekennzeichneten Schutzgrad.
Für die meisten Outdoor-Aktivitäten wird allgemein UPF 40–50+ empfohlen.
Hauptsonnenschutzstandards weltweit
Verschiedene Regionen verwenden unterschiedliche Test- und Zertifizierungssysteme für sonnenSchützende Textilien.
1. UPF-Standard (Australien / Neuseeland / International)
Der bekannteste Standard für Outdoor-Bekleidung basiert auf UPF-Tests, insbesondere nach dem australischen und neuseeländischen Standard:
AS/NZS 4399
Australien entwickelte einige der frühesten Sonnenschutzstandards aufgrund seiner hohen UV-Belastung.
Typische Klassifizierungen:
| UPF-Wert | Schutzniveau |
|---|---|
| 15–24 | Gut |
| 25–39 | Sehr gut |
| 40–50+ | Ausgezeichnet |
Viele Outdoor-Marken verwenden diese Bewertung für Wanderhemden, Angelbekleidung, Sonnen-Hoodies und leichte Jacken.
2. AATCC 183 (USA)
In den USA wird die UV-Leistung von Stoffen oft mit AATCC 183-Methoden getestet.
Dieser Standard bewertet:
-
UV-Durchlässigkeit des Stoffes
-
Schutzleistung nach Tests
-
Materialkonsistenz
Viele leistungsstarke Outdoor-Kleidungsstücke in Nordamerika verwenden diese Testmethode.
3. EN 13758 (Europa)
Europäische Märkte beziehen sich häufig auf:
EN 13758
Dieser Standard konzentriert sich auf:
- UV-blockierende Leistung
- Sicherheitskennzeichnung
- Anforderungen an Schutzkleidung
Kleidungsstücke, die diesen Standard erfüllen, können UV-Schutzangaben für den Outdoor-Einsatz tragen.
Wie funktioniert Sonnenschutzkleidung eigentlich?
Viele glauben, Sonnenschutzkleidung bedeutet einfach „dickerer Stoff“. Tatsächlich ist es komplexer.
Mehrere Faktoren beeinflussen die UV-Schutzleistung.
1. Stoffdichte und Webstruktur
Eng gewebte Stoffe lassen weniger Lücken für UV-Strahlen durch.
Zum Beispiel:
- Dicht gewebtes Nylon = stärkerer UV-Schutz
- Lockere Netzstoffe = geringerer Schutz
Ein leichtes Hemd kann bei richtiger Verarbeitung trotzdem einen hohen UPF-Wert erreichen.
2. Materialauswahl
Verschiedene Fasern verhalten sich von Natur aus unterschiedlich.
Gängige Outdoor-Materialien:
Polyester
- Natürlich widerstandsfähig gegen UV-Durchdringung
- Weit verbreitet in Wander- und Angelbekleidung
- Langlebig und schnelltrocknend
Nylon
- Robust und abriebfest
- Wird oft in technischen Outdoor-Schichten verwendet
Merinowolle
- Bietet moderaten natürlichen UV-Schutz
- Geeignet für den mehrjährigen Outdoor-Einsatz
3. UV-blockierende Behandlungen
Moderne Sonnenschutzkleidung kann spezielle Veredelungstechnologien enthalten.
Diese Behandlungen können:
- Absorbieren UV-Strahlung
- Reflektieren UV-Strahlen
- Verbessern die langfristige Schutzwirkung
Einige Stoffe enthalten mineralische Zusätze oder UV-Absorber direkt in den Fasern.
4. Farbe ist wichtiger als Sie denken
Dunklere Farben absorbieren meist mehr UV-Strahlung als sehr helle Farben.
Im Allgemeinen:
Höherer Schutz:
- Marineblau
- Schwarz
- Dunkelgrün
Geringerer Schutz:
- Weiß
- Blassgelb
- Dünne Pastelltöne
Dabei ist die Stoffkonstruktion wichtiger als nur die Farbe.
Was sollten Sie beim Kauf von Sonnenschutzkleidung beachten?
Für Outdoor-Nutzer ist die UPF-Zahl allein nicht ausreichend.
Hier sind die wichtigsten Punkte zur Bewertung.
1. Wählen Sie mindestens UPF40–50+
Für Wandern, Trekking, Camping, Angeln, Trailrunning oder Reisen bei starker Sonneneinstrahlung:
Empfohlener Bereich:
UPF40+ bis UPF50+
Niedrigere Bewertungen können für den gelegentlichen Stadtgebrauch ausreichen, bieten aber bei langer Sonnenexposition weniger Schutz.
2. Atmungsaktivität ist entscheidend
Outdoor-Sonnenschutz sollte sich nicht anfühlen wie das Tragen einer Plastiktüte.
Achten Sie auf:
✔ Feuchtigkeitsableitend
✔ Schnelltrocknend
✔ Belüftungszonen
✔ Leichtes Material
Gute Sonnenbekleidung balanciert Schutz + Komfort + Luftzirkulation.
3. Das Design der Abdeckung ist wichtig
Mehr Abdeckung bedeutet meist besseren Schutz.
Nützliche Outdoor-Features sind:
- Sonnenschutz-Hemden mit Kapuze
- Hohe Kragen
- Daumenlöcher
- Langärmlig
- Verlängerte Rückensaum
Diese schützen häufig exponierte Bereiche wie Nacken, Ohren, Handgelenke und Handrücken.
4. Berücksichtigen Sie Ihr Aktivitätsszenario
Verschiedene Outdoor-Aktivitäten erfordern unterschiedliche Lösungen.

Wandern / Trekking
- Leichte Langarmshirts
- Feuchtigkeitsmanagement
- UPF50+
Angeln
- Sonnenschutz-Hemden mit Kapuze
- Nackenschutz
- Schnelltrocknende Stoffe
Camping
- Vielseitige Schichten
- Atmungsaktivität und Komfort
Bergreisen
- Starker UV-Schutz durch Höhenlage
- Vollständige Abdeckung bevorzugt
5. Haltbarkeit nach dem Waschen
Nicht jeder UV-Schutz hält gleich lang.
Prüfen Sie, ob der Schutz:
- In die Fasern eingearbeitet
- Als Oberflächenbehandlung hinzugefügt
- Waschbeständig
Hochwertige Outdoor-Bekleidung behält den Schutz oft auch nach mehrmaligem Tragen und Waschen.
Outdoor-Sonnenschutz ist mehr als nur Kleidung
Auch hervorragende UPF-Kleidung wirkt am besten als Teil eines kompletten Systems.
Für lange Tage im Freien empfiehlt es sich, zu kombinieren:
- Sonnenschützende Kleidung
- Hüte mit breiter Krempe
- Sonnenbrille
- Sonnencreme auf freiliegender Haut
- Schattenpausen, wenn möglich
Besonders in Umgebungen wie Bergen, Wasserflächen, Wüsten und Schneefeldern kann die UV-Belastung stärker sein als erwartet.
Abschließende Gedanken
Sonnenschützende Kleidung ist weit mehr als nur „im Sommer langärmlig zu tragen“. Moderne Outdoor-Bekleidung vereint UV-Schutz, Atmungsaktivität, Komfort und technische Leistung in leichter Ausrüstung für aktive Nutzung.
Beim Kauf von sonnenschützender Outdoor-Bekleidung sollten Sie diese Grundlagen beachten:
Bewertung verstehen → Stoff prüfen → Aktivität anpassen → Komfort priorisieren
Für die meisten Outdoor-Abenteuer bietet UPF50+ leichte Funktionskleidung eine der praktischsten Kombinationen aus Schutz und Komfort.
Weil der beste Sonnenschutz der ist, den Sie draußen wirklich gerne tragen.


